| Die Universität |
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Das Ruhrgebiet, Deutschlands wichtigste Industrieregion, war von Kohlebergwerken sowie Eisen- und Stahlwerken geprägt, in denen ab Mitte des 19. Jahrhunderts Hunderttausende Arbeit fanden. Dörfer und Kleinstädte explodierten in wenigen Jahrzehnten um das 20-, ja sogar 30fache, das Ruhrgebiet wurde zum Schmelztiegel für Einwanderer aus Polen, Schlesien und anderen östlichen Regionen – und mit dem Deutschen Imperialismus entwickelte es sich am Vorabend des ersten Weltkriegs zur Waffenschmiede Deutschlands. Diese Funktion behielt es bis zum zweiten Weltkrieg. Die Kohle- und Stahlkrise ab 1957 offenbarte die Schwächen dieser Region: die Monostruktur der Großindustrie und die geringen Chancen bei höherer Bildung sowie der Mangel an Forschung und Wissenschaft. Die Eröffnung der Ruhr-Universität Bochum 1965 wurde deshalb auch als große Hoffnung für den Strukturwandel dieser Region verstanden. Die RUB war von vornherein in die Region integriert und eng mit ihr verflochten und übernahm diese Verantwortung. Sie hat zahllosen Kindern aus bildungsfernen Schichten eine Ausbildung ermöglicht, sie hat aber auch Institute und Einrichtungen für die Erforschung und Wandlung der Region geschaffen, darunter das Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR), das Institut für soziale Bewegungen (ISB) und zuletzt die Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets. |